BIOrigami

... Falten für die Zukunft

 

Das Projekt

Was kommt nach der Kohle? Dieser zentralen Frage für die Zukunft der Region Lausitz widmete sich das Projekt "Postcarbon" des GREENLab Labor für nachhaltige Design-Strategien der Kunsthochschule Berlin-Weißensee in Kooperation mit dem Projekt Laurin-Lausitz, das Vertreter der sorbischen Minderheit mit lokalen Produzenten zusammenbringt.

Es geht um Soziales Design, Kreislaufwirtschaften, Handwerk und lokale Produktion, Zusammenarbeit lokaler Produzenten und neue Technologien für traditionelle Rohstoffe. Solche Rohstoffe, zum Beispiel Flachs oder Leinen, lassen sich zu abbaubaren Biokomposit verarbeiten. Als Bindemittel dient Biokunststoff, der sich ganz einfach aus Essig und Stärke herstellen lässt. Welche Möglichkeiten bietet dieses Material mit den Mitteln des Produktdesigns für zukunftsfähige Entwicklungen zugunsten der Lausitz? Das galt es im Rahmen des Workshops zu erkunden.

Das Biokomposit

Im Zuge verschiedener Projekte habe ich mich schon intensiv mit Faltungen beschäftigt. Dabei hat sich immer wieder das Problem ergeben, wie am Papier entwickelte Faltungen in Werkstoffe mit anderen Eigenschaften übersetzt werden können. Deshalb bestand mein Fokus für dieses Projekt vor allem in der Frage, wie sich die verschiedensten Faltmöglichkeiten in Biokomposit umsetzen lassen. Optionen sind zum Beispiel Beschichtungen, eine partielle Versteifung des Materials oder die Verbindung mehrerer Materialien.

Ein Ergebnis dieser umfassenden Versuche war die "Lausitzer Picknickdecke". Sie verbindet eine Hülle aus Biokomposit mit Vlies im Innern, deren Eigenschaften einander ergänzen: Die richtungslosen Fasern des Vlieses stabilisieren den Kunststoff in jede Richtung und der Kunststoff verhindert das Verformen oder Reißen des Vlieses. Das dicke Woll-Vlies im Inneren isoliert gegen Bodenkälte und bietet durch Polsterung einen erhöhten Sitzkomfort. Die Biokomposit-Oberfläche ist robust, flexibel, schmutzabweisend und leicht zu reinigen.

Die Picknickdecke kann für die Region einen Doppelnutzen haben: Sie lässt sich aus nachwachsenden regionalen Rohstoffen und unter Verwendung neuerTechnologien direkt vor Ort herstellen und bietet zugleich einen praktischen Begleiter für die touristische Erschließung der vielfältigen Landschaften der Lausitz.

 

Betreuung

Prof. Susanne Schwarz-Raacke